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24. Gibt es politische Gewinner oder Verlierer?
Wenn es den Beteiligten gelingt, die Bahnlösung zu erreichen, so gibt es praktisch nur
Gewinner:
- Stuttgart 21 wird billiger:
Welcher Politiker darf diese Nachricht überbringen?
- Die Deponie Hirsau wird umwelt-, energie- und klimaschonend saniert
- Der Kreis Calw und die Kommunen können sich eines wichtigen strategischen Schrittes
in Richtung reaktivierte Schwarzwaldbahn rühmen
- Umweltministerin und Landrat können den (Deponie-) Eröffnungszug und den ersten
Touristikzug zur Fuchsklinge öffentlich begrüßen
- Der Kreis Calw hat einige Kosten für Gleisverbindung, Freimachen des Bahnplanums,
Entsorgung alter Schwellen etc. vorab erledigt und noch Geld gespart
- Die über die Nagoldbahn anrollenden Deponiezüge stärken durch ihren Verkehr und ihre
Infra-Entgelte die Existenz der für den Kreis wichtigen Nagoldbahn, das gilt nicht zuletzt
für den oft diskutierten Südabschnitt Nagold – Hochdorf
- Die DB AG hätte ein vielfaches Junktim erfolgreich angewendet
Wenn die Entscheidung Richtung Lkw-Transport geht, dann fördert die öffentliche Hand,
ohne es zu wollen:
- eine wesentlich aufwändigere, unwirtschaftliche Transportart, deren Nachteile seit
Jahrzehnten bekannt sind
- die (Vor-) Urteile der Enttäuschten, die Reden zu Gunsten der Schiene hören und in der
Praxis das Gegenteil erfahren
- die weitere Belastung vieler Kommunen und Anlieger, besonders der ohnehin schon stark
gebeutelten Kurorte und der historischen Altstadt von Calw (entlang der Nagold)
- den Export des Feinstaubproblems von der Region Stuttgart in die Region
Nordschwarzwald
- die Umverteilung weiterer Lasten vom Bund auf die Kommunen
- den Einsatz einer Technik, die zwanzig- oder mehr Mehraufwand an Personal erfordert,
was z.T. wohl nur durch Lohndumping erklärt werden kann
- eine große entgangene Chance für die Schwarzwaldbahn
- den erheblichen Eingriff in das Naturgebiet Tälesbachtal außerhalb des Deponiebereichs
- die wirtschaftliche Bedrohung eines endlich wieder auf die Füße gekommenen beliebten
Ausflugszieles (Fuchsklinge)
- die Abhängigkeit von Privatunternehmern, die ein Monopol bekommen werden.
Dies gilt vor folgendem Hintergrund:
- Die Region Stuttgart befürwortet den weiteren S-Bahn-Ausbau. Die betreffenden
Kommunen betonen aber ausdrücklich, dass vor dem Fall Calw erst die sehr neuen jungen
Vorhaben Neuhausen/Filder, Geislingen/Steige usw. verwirklicht werden sollen. Das wird
viele Jahre dauern.
- Eine erfahrene Stimme aus der beruflichen Bahnfachszene Baden-Württembergs brachte
den Fall Calw kürzlich auf den Punkt: "Wenn es dort nicht gelingt, diese Deponiezüge
fahren zu lassen, dann wird es mit der S-Bahn auch schwierig."
- Da sich der Auftragnehmer für die Deponiesanierung den Bau der teuren Brücke über die
Schwarzwaldbahn tunlichst sparen werden will, wird er kein Interesse haben, dass das
Projekt S-Bahn aufs Gleis kommt, so lange die Sanierung stattfindet, und er dann die
Brücke bauen und zahlen muss.
Dass der Kreis die Brücke zahlt, darf nicht sein, denn dann werden wieder private
Ausgaben eingespart und dafür muss der Steuerzahler bluten. Wer aber kein Interesse an
etwas hat, kann sich entsprechend in den politischen Prozess einbringen. Ein Auftrag über 2
Mio. Tonnen eröffnet in dieser Richtung erhebliche Möglichkeiten. Der Kreis bringt sich
damit in politische Abhängigkeit.
- Umweltministerin Gönner wird in Bälde den Güterzugverkehr zum Zementwerk
Dotternhausen bei Balingen eröffnen. Durch ein Sonderprogramm des Landes zur
Förderung von Güterstrecken und die auch für Calw erhältlichen EBA-Zuschüsse für das
Zementwerk ist es dort gelungen, eine neue Verladeanlage zu bauen. Dort wird zukünftig
Massengut auf der Schiene wieder an- und abtransportiert.
- Der Verein WSB hat die Machbarkeit des Bahntransports nachgewiesen, durch externe
Fachleute eigene Angaben und Zahlen zu den Kosten der Gleisherrichtung und zur
technischen und rechtlichen Gestaltung des möglichen Bahnbetrieb zusammengetragen und
den Kommunen zur Verfügung gestellt. Nach Ansicht von Beobachtern hat er damit "in ein
Wespennest gestochen". Wegen des Lkw-Transportes seien sich die meisten Beteiligten
bisher nicht annähernd im Klaren, was auf die Gegend zukomme. Die Deponie sei weniger
eine geologische als vor allem eine politische Zeitbombe.
Was kann die Politik tun?
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