17. Wo liegt das grundsätzliche Problem?
Der Lkw-Verkehr ist wesentlich aufwändiger als der Bahntransport. Für 1
Transportvorgang auf der Schiene sind hier etwa 80 Lkw-Fahrten nötig. Rechnet man den
Aufwand für 1 Rangierlok auf der Deponie mit ein, braucht die Bahnlösung 2 Mann
Personal, der Lkw-Transport je nach Entfernung 40 – 60 Mann. Kein wirtschaftlich
rechnender Unternehmer würde 40 Mitarbeiter und Transportgefäße einzeln mit der selben
Ware zum selben Bestimmungsort losschicken, wenn er dies auch mit einem Zehntel oder
Zwanzigstel des Aufwandes erreichen kann.
Der Eisenbahnzug braucht 1 Antriebseinheit mit Motor, der Lkw-Verkehr muss 80 mal so
viel Totlast bewegen. Der Rollwiderstand für das Bewegen der Last liegt auf der Straße ca.
8 – 10 mal höher als auf der Schiene. Der Energieumsatz und damit auch der Ausstoß an
Emissionen und klimaschädigenden Stoffen liegt beim Lkw entsprechend massiv höher.

 | Die B 295 bei Simmozheim ist eben erst generalsaniert worden. |

 | So sehen Straßen aus nach zu starker Belastung durch zu viele schwere Fahrzeuge. In dieser Art - nur mit noch nicht so altem Belag, jedoch bereits in der Fahrspurmitte auseinanderbrechend - präsentierte sich die auch B 295 vor der Sanierung. |
Die Schiene ist zur Aufnahme hoher Flächen- und Punktbelastungen konstruiert.
Die Straßen halten solchen Belastungen nicht lange stand. Die Bundesstraße 295 zwischen Weil
der Stadt und Simmozheim wurde – im Simmozheimer Abschnitt keine 15 Jahre alt - eben
erst vollsaniert, nachdem sie durch zu schwere und zu viele Fahrzeuge bereits starke
Spurrillen und Fahrbahnaufbrüche gezeigt hatte.
Die gleiche Belastung würde diese Straße
aufs neue erfahren, ebenso die umliegenden Landes- und Kommunalstraßen. Die Kosten
dafür trägt nicht der Lkw-Betreiber, dafür sind Steuer und Maut zu niedrig, sondern der
Steuerzahler.
Die Schiene betreibt hingegen zwangsläufig eine Vollkostenrechnung.
Es liegt auf der Hand, dass die realen Kosten für den Lkw-Transport wesentlich höher sein
müssten und somit die Preisangaben der DB AG für beide Transportarten wenig
Aussagewert haben. Doch kassenmäßig bezahlt werden müssen heute die unreal niedrigen
Lkw- und die relativ höheren Bahnpreise. Das wird auch von der DB AG nicht bestritten.
Gäbe es weitere Gründe für die Bahnlösung?
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