Die Schwarzwaldbahn im Fokus
Klima-Wandel
Deutschland im Jahre 2008: In ganz Baden-Württemberg sind, seitdem 1991
die Landesregierung in der Folge ihr "Schienenkonzept Baden-Württemberg"
vorgelegt hat, bis 1999 alle damals darin aufgeführten regionalen
Bahnstrecken, die zur Erhaltung oder Wiederinbetriebnahme anstehen sollten,
tatsächlich reaktiviert oder modernisiert worden.
Alle? Nein, eine bis heute nicht: Calw - Weil der Stadt, der ländliche Teil von Württembergs
'Schwarzwaldbahn' Calw - Stuttgart.
Als der Verein WSB e.V. 1987 sich gründete, lächelten viele: Wenn die
Bundesbahn die Strecke aufgebe, werde es doch seinen Grund haben. Heute fahren
wieder schnittige, rasche Triebwagen in regionale Orte wie Rudersberg,
Dettenhausen oder Münsingen. Und heute hält die Bahn auch an in einzelnen
Ortsteilen, an Kleinsiedlungen oder Schulen extra, ist also so flexibel wie der
Bus, dabei rationell und wirtschaftlich. Man sieht: Das politische Klima hat
sich gewandelt - zu Gunsten einer sinnvollen Arbeitsteilung zwischen dem
'Rückgrat' Schiene und dem 'Zubringer' Bus, und das längst, bevor die
Probleme des Erdklimas bekannter geworden sind.
Das macht dem Verein WSB Mut und Hoffnung zur weiteren Arbeit. Denn mit
einer gewissen Beklemmung wird sich die Region Nordschwarzwald immer
mehr bewusst, was der Verein schon vor vielen Jahren festgestellt hat:
Calw ist der einzige Landkreissitz im Umkreis von zwei Dutzend Kilometern um
Stuttgart, der keine direkte Bahnverbindung in die Landeshauptstadt besitzt -
noch nicht wieder. Dass heute die Kommunen in Gestalt des Landkreises Calw
die Führungsrolle bei der politischen Arbeit für die Schwarzwaldbahn
übernommen haben, tut dem Verein dabei nur gut, denn nichts anderes wollte er
erreichen.
Dennoch sind über 20 Jahre des Bestehens für eine Bürgerinitiative wie den
Verein WSB fast unglaublich. Das hat auch mit dem "Klima" innerhalb des
Vereins zu tun, und das nun wiederum ist all die Zeitgleich geblieben:
Hier ist die Gemeinschaft wichtig, das Miteinander.
Hans-UIrich Bay, 1.Vorsitzender
H.-J. Knupfer, Schriftführer